Fussgänger am Handy: Smombies leben gefährlich!

6. April 2016

Sie haben inzwischen schon einen eigenen Gattungsbegriff, der zum Teil dem Genre der Horrorfilme und -literatur entlehnt wurde: Die Rede ist von den sogenannten Smombies, jenen Menschen, die fixiert auf ihr Smartphone nicht mehr am Leben um sie herum teilnehmen. Smombies trifft man in Form von „der Welt entrückten“ Fußgängern immer mehr auch im Straßenverkehr an und sie bedeuten für andere Verkehrsteilnehmer nur allzu oft den blanken Horror. Davon können inzwischen gerade auch Bus- und Bahnfahrer ein „schreckliches“ Lied singen.

Denn diese Smartphone-Zombies, die es immerhin zum „Jugendwort des Jahres 2015“ gebracht haben, gefährden nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer, indem sie ihre Aufmerksamkeit dem Handy widmen. Ein solches Verhalten ist für Auto- und Zweiradfahrer mit Fug und Recht verboten und wird mit einem Bußgeld bestraft. Dürfen Fußgänger diesem Laster dagegen unbehelligt frönen? Nicht ganz, sagen Verkehrsrechtler und verweisen auf die im Bußgeldkatalog enthaltene Allgemeinklausel. Danach können Fußgänger mit einer Verwarnung von fünf bis zehn Euro belegt werden, wenn sie ihre Sorgfaltspflicht verletzen. Doch dazu kommt es eher selten, wie Praxisberichte ergeben.

Dies erscheint vielen Verkehrssicherheitsexperten ebenso unverständlich wie der Polizei. Denn Untersuchungen von Wissenschaftlern zufolge wird die Aufmerksamkeit eines Autofahrers, der am Steuer eine SMS in sein Smartphone tippt, zu 70 Prozent eingeschränkt. Das ist so wie bei einem Alkoholgehalt von 1,1 Promille. Dementsprechend ist beides untersagt. Ein Fußgänger, der sich „völlig losgelöst“ von seiner Umgebung dem Handy widmet, kann als „Blindgänger“ jedoch ebenso einen Unfall herbeiführen. Vor dieser Leichtsinnigkeit warnen die Experten insbesondere deshalb, weil für Passanten Zusammenstöße mit Fahrzeugen bekanntlich schnell schwerwiegende Folgen haben können.

Besonders gefährdete Smombies sind laut einer Studie des Automobilherstellers Ford Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Von den in der Untersuchung Befragten gaben 86 Prozent aus dieser Altersgruppe an, bereits mobile Geräte oder Handys beim Überqueren einer Straße verwendet zu haben: Von ihnen telefonierten 68 Prozent, 62 Prozent lauschten Musik und 34 Prozent waren mit Textnachrichten beschäftigt. Für immerhin 22 Prozent dieser Studienteilnehmer bedeutete das nach eigenen Angaben, schon in einen Unfall oder einen Beinahe-Unfall beim Überqueren einer Straße verwickelt gewesen zu sein.

Diesen Smombies scheint nicht bewusst zu sein, dass ihre Beschäftigung mit dem Mobilgerät für sie ein 16-mal höheres Unfallrisiko bedeutet, wie Forscher errechneten. Wie das ausgehen kann, ist inzwischen leider immer öfter aus Unfallberichten oder Meldungen zu erfahren: Da kommen – vielfach junge – Menschen zu Tode oder werden verletzt, weil sie statt auf den Verkehr auf ihr Smartphone geachtet haben. Vor diesem Hintergrund sorgen sich Verkehrssicherheitsexperten schon heute vor neuen technischen Anwendungen wie etwa der Datenbrille.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

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