Grössmögliche Rücksicht schützt gegen toten Winkel

13. April 2016

Den sogenannten toten Winkel halten Verkehrssicherheitsexperten für eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Dieser nicht einsehbare Bereich, der bis zu rund 38 Prozent des Sichtfeldes eines Autofahrers ausmachen soll, liegt meist direkt vor und hinter dem Fahrzeug. Er ist trotz Rückspiegeln und viel Fensterfläche nicht völlig zu vermeiden. Und er kostet EU-weit jedes Jahr rund 400 Menschen das Leben, weil sie übersehen wurden.

Besondere Gefahr, sich im toten Winkel eines Fahrzeugs zu befinden, besteht für Fußgänger und Zweiradfahrer. Sie trifft es bei einem Zusammenstoß mit einem Auto, dessen Fahrer sie wegen des uneinsehbaren Bereichs nicht wahrgenommen hat, dann auch meist am härtesten. Das gilt insbesondere für rechts abbiegende Lkw und Busse. Deren Fahrer können konstruktionsbedingt in den Seiten- und Rückspiegeln nicht alles sehen, was um sie herum geschieht. Zwar verfügen moderne LKW und Busse auf der Beifahrerseite inzwischen über Nahbereichs- und Weitwinkelspiegel sowie häufig noch zusätzliche Spiegel, die den toten Winkel verkleinern sollen. Das schafft mehr Sicherheit, aber keine vollständige. Deshalb sollten alle an solchen Situationen Beteiligten ihr Möglichstes tun, um den Risiken des toten Winkels entgegenzuwirken. 

Für die Fahrer von Autos, LKW und Bussen bedeutet das als Erstes, auf eine richtige Einstellung aller Spiegel zu achten. Gerade bei modernen Autospiegeln, die mit gewölbten, asphärischen Gläsern bestückt sind, lässt sich der tote Winkel schon deutlich verkleinern. Die Einstellung erfolgt am besten bei aufrechter Sitzposition mit dem Kopf an der Kopfstütze. Dann werden die Spiegel so ausgerichtet, dass das eigene Fahrzeug noch so eben am inneren Rand des Spiegelglases zu sehen ist. Der Rückspiegel im Fahrzeuginnern wiederum sollte die komplette Heckscheibe zeigen. So erhält man die bestmögliche Sicht auf das umgebende Verkehrsgeschehen. 

Eine ausgesprochen wichtige Sicherheitsmaßnahme gegen den toten Winkel haben alle Kraftfahrer in der Fahrschule gelernt – und viele danach schnell wieder vergessen: den Schulterblick. Dabei mindert gerade diese kurze Halsbewegung erheblich die Gefahr, einen anderen Verkehrsteilnehmer zu übersehen. Insbesondere beim Abbiegen nach rechts sollte der „Radfahrerblick“ nach rechts hinten nicht fehlen – und das rechtzeitig Betätigen des Blinkers nicht vergessen werden. 

Aber auch Fußgänger und Zweiradfahrer können viel dazu beitragen, die Gefahr von Unfällen aufgrund des toten Winkels zu minimieren. Passanten sollten sich zum Beispiel vor dem Überqueren einer Straße sicherheitshalber vergewissern, dass sie von den Fahrern nach rechts abbiegender Fahrzeuge wahrgenommen wurden und nicht auf die eigene „Vorfahrt“ vertrauen. Für Radler wiederum empfiehlt es sich, nicht von hinten in den toten Winkel eines Autos zu fahren und an einer roten Ampel oder einem sonstigen Halt lieber mit etwas Abstand hinter dem Auto zu bleiben. Das gilt insbesondere für LKW und Busse. Für Zweiradfahrer und Fußgänger ist es in solchen Situationen grundsätzlich besser, Fehler von Kraftfahrern einzukalkulieren, anstatt auf dem eigenen Recht zu beharren. 

Grundsätzlich beweist gerade auch in solchen Situationen eine elementare Empfehlung für das Verhalten im Verkehr ihre Berechtigung: Rücksicht ist die beste Vorsicht!

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

Links:

News

13.11.2019 KFZ Versicherer erwartet "wechselhafter" November

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur im Dezember das Christkind, sondern zum Ende November auch der Stichtag, bis zu dem ein Wechsel der...

06.11.2019 Dooring: Die alltägliche Gefahr für Radfahrer

Die meisten Radfahrer kennen diese Situation: Autofahrer öffnen gedankenlos eine Tür ihres Fahrzeugs, ohne sich vorher zu vergewissern,...

30.10.2019 Trotz Zurückhaltung bei Kunden: Die Mobilitätswende kommt

Der Begriff Mobilitätswende ist derzeit in vieler Munde. Sie soll Mobilität mit weniger Verkehr ebenso ermöglichen wie eine Mobilität,...

23.10.2019 Studie: Autonome Fahrdienste steigern Verkehrsaufkommen um bis zu 40%

Autonome Fahrzeuge scheinen derzeit ihren Nimbus als Problemlöser für die Mobilität von morgen einzubüßen. Zumindest kommt jetzt eine...

09.10.2019 Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2019" zeigt veränderte Käuferinteressen

Jeder dritte Bundesbürger will sich in den kommenden eineinhalb Jahren ein neues Auto zulegen. Dabei ist die Bedeutung von neu...

02.10.2019 Studie: Carsharing bringt nachhaltigen Verkehr nicht voran

Carsharing, also die gemeinschaftliche Nutzung eines Autos durch mehrere Personen, bringt nicht die Vorteile, die sich seine Befürworter...

25.09.2019 Bundesdatenschutzbeauftragter Kelber: Grundrechte auch in digitaler Welt durchsetzen

Bremst Datenschutz Fortschritt in den Bereichen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz? Haben Deutschland und Europa zwar im...

18.09.2019 Big Data kann Mobilität sicherer, schneller und sogar ökologischer machen

Die Chancen von Big Data in einer digital vernetzten Gesellschaft sind derzeit Thema vielfältiger öffentlicher Diskussionen. Über die...

11.09.2019 Big Data im Versicherungswesen machen Medizin humaner und präziser

Big Data in der Medizin ist im Moment noch Bürgerschreck, muss aber unbedingt als Hoffnungsträger verstanden werden. Denn...

04.09.2019 Gut versichert Radfahren

Fahrradfahren ist angesagt – sei es aus Umweltschutzmotiven, aus gesundheitlichen Gründen oder weil es einfach nur Spaß macht. Das...

Seiten

Cura Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen

Jetzt Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen, Probleme, Anregungen oder Wünsche? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
 

Fritz-Vomfelde-Straße 14
40547 Düsseldorf
+49 (211) 9086-0