Nach Zeitumstellung steigt Unfallrisiko

25. Oktober 2017

Am kommenden Sonntag, dem 29. Oktober, steht bei uns wieder der Wechsel von Sommer- auf Winterzeit an. In dieser Nacht werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt. Dadurch gewinnt man zwar rein rechnerisch eine Stunde Schlaf hinzu, doch der menschliche Körper braucht eine ganze Weile, bis er sich ebenfalls angepasst hat. Ursache dafür ist der Biorhythmus, der länger benötigt, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) braucht unser Körper im Mittel etwa ein bis zwei Wochen für die Zeitumstellung.

Während dieser Übergangsphase nimmt im Straßenverkehr auch das Unfallrisiko zu. Denn viele Verkehrsteilnehmer haben durch die Zeitumstellung eine Art „Mini-Jetlag“. Der mindert die Konzentration, die Aufmerksamkeit, die Frische und ganz allgemein die Leistungsfähigkeit. Viele fühlen sich schlapper und müder als sonst. Hinterm Steuer eines Fahrzeugs kann das üble Folgen nach sich ziehen. Dann ist man beim Fahren oft nicht so bei der Sache, wie es sein sollte, und man reagiert im Falle eines Falles möglicherweise nicht schnell genug. Und schon kommt es zu einem Unfall …

Tatsächlich haben Wissenschaftler festgestellt, dass nach einer Umstellung von Sommer- auf Winterzeit oder umgekehrt das Unfallrisiko signifikant steigt: Experten sprechen von bis zu 30 Prozent. Allerdings ist die Gefahr, dass es wegen der Zeitumstellung kracht, beim Wechsel von Winter- auf Sommerzeit größer, weil dann eine Stunde „verloren geht“.

Im Herbst kommen dafür die ungünstigeren Licht- und häufig auch Sichtverhältnisse hinzu. Allein schon, dass der Feierabendverkehr nun zunehmend in die Dämmerung fällt, verlangt mehr Vorsicht. Darüber hinaus gehen Herbst- und Winterzeit mit weniger Licht, mehr Regen, häufigerem Nebel, fallendem Laub und oft glatten Straßen einher. All diese Faktoren begünstigen Unfälle deutlich. Ist der Fahrer dann auch nicht auf der Höhe, nimmt das Risiko eines Verkehrsunfalls noch einmal zu. Deshalb raten die Verkehrsklubs in Herbst und Winter allgemein zu erhöhter Vorsicht – besonders nach der Zeitumstellung. Dies auch vor dem Hintergrund, dass bei schlechterem Licht die Geschwindigkeit schwerer einzuschätzen ist.

Schlechte Sicht bei schlechtem Licht ist insbesondere für Kinder gefährlich, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind: Je dunkler es ist, desto leichter können sie von Autofahrern übersehen oder erst zu spät gesehen werden. Denn bei Dunkelheit betrage die Sehschärfe nur rund 20 bis 30 Prozent der Tagessehschärfe, erläutert der ADAC. Demnach ist die Gefahr für Kinder, etwa auf dem morgendlichen Schulweg zu verunglücken, in der dunklen Jahreszeit doppelt so hoch wie im Sommer. Deshalb sollten nicht nur junge Radfahrer und Fußgänger in der „dunklen Jahreszeit“ dafür Sorge tragen, dass sie für Kraftfahrer gut sichtbar sind – zum Beispiel durch helle Kleidung und die Nutzung von Reflektoren. Für Radfahrer empfiehlt es sich, auf eine funktionsfähige Beleuchtung an ihrem Fahrrad zu achten und diese besser früher als später einzuschalten.

Die Sommerzeit wurde in Deutschland im Frühjahr 1980 wieder eingeführt, um Energie zu sparen. Zuvor war im Deutschen Reich während des Ersten Weltkrieges von 1916 bis 1918 bereits eine Umstellung auf Sommerzeit angeordnet worden. Sie wurde in der Weimarer Republik dann zunächst wieder aufgehoben, während der Kriegsjahre 1940 bis 1945 jedoch erneut bestimmt. Ab 1950 war die Zeitumstellung zunächst wieder abgeschafft.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

Links:

News

13.11.2019 KFZ Versicherer erwartet "wechselhafter" November

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur im Dezember das Christkind, sondern zum Ende November auch der Stichtag, bis zu dem ein Wechsel der...

06.11.2019 Dooring: Die alltägliche Gefahr für Radfahrer

Die meisten Radfahrer kennen diese Situation: Autofahrer öffnen gedankenlos eine Tür ihres Fahrzeugs, ohne sich vorher zu vergewissern,...

30.10.2019 Trotz Zurückhaltung bei Kunden: Die Mobilitätswende kommt

Der Begriff Mobilitätswende ist derzeit in vieler Munde. Sie soll Mobilität mit weniger Verkehr ebenso ermöglichen wie eine Mobilität,...

23.10.2019 Studie: Autonome Fahrdienste steigern Verkehrsaufkommen um bis zu 40%

Autonome Fahrzeuge scheinen derzeit ihren Nimbus als Problemlöser für die Mobilität von morgen einzubüßen. Zumindest kommt jetzt eine...

09.10.2019 Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2019" zeigt veränderte Käuferinteressen

Jeder dritte Bundesbürger will sich in den kommenden eineinhalb Jahren ein neues Auto zulegen. Dabei ist die Bedeutung von neu...

02.10.2019 Studie: Carsharing bringt nachhaltigen Verkehr nicht voran

Carsharing, also die gemeinschaftliche Nutzung eines Autos durch mehrere Personen, bringt nicht die Vorteile, die sich seine Befürworter...

25.09.2019 Bundesdatenschutzbeauftragter Kelber: Grundrechte auch in digitaler Welt durchsetzen

Bremst Datenschutz Fortschritt in den Bereichen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz? Haben Deutschland und Europa zwar im...

18.09.2019 Big Data kann Mobilität sicherer, schneller und sogar ökologischer machen

Die Chancen von Big Data in einer digital vernetzten Gesellschaft sind derzeit Thema vielfältiger öffentlicher Diskussionen. Über die...

11.09.2019 Big Data im Versicherungswesen machen Medizin humaner und präziser

Big Data in der Medizin ist im Moment noch Bürgerschreck, muss aber unbedingt als Hoffnungsträger verstanden werden. Denn...

04.09.2019 Gut versichert Radfahren

Fahrradfahren ist angesagt – sei es aus Umweltschutzmotiven, aus gesundheitlichen Gründen oder weil es einfach nur Spaß macht. Das...

Seiten

Cura Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen

Jetzt Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen, Probleme, Anregungen oder Wünsche? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
 

Fritz-Vomfelde-Straße 14
40547 Düsseldorf
+49 (211) 9086-0