Fahrradbeleuchtung: Neue Vorschriften sollen mehr Sicherheit bringen

8. November 2017

Im Herbst und Winter, der sogenannten dunklen Jahreszeit, wird für Radfahrer die Teilnahme am Straßenverkehr gefährlicher. Denn sie können von anderen Verkehrsteilnehmern leichter übersehen werden – erst recht bei Nebel oder Regen. Deshalb gewinnt für Radler in diesen Monaten eine gute Beleuchtung am Rad zusätzlich an Bedeutung. Seit Mitte dieses Jahres gelten neue gesetzliche Vorgaben zur Fahrradbeleuchtung, die dazu beitragen sollen, die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen.

Mit den am 1. Juni 2017 in Kraft getretenen Änderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zu den Anforderungen nicht nur an die Beleuchtungseinrichtungen von Fahrrädern, sondern auch von bestimmten Elektro-Bikes sowie mehrspurigen Fahrrädern und solchen mit Aufbau, will der Gesetzgeber die entsprechenden Regeln zudem dem Stand der Technik anpassen. Das wirkt sich insofern aus, als nun Fahrradscheinwerfer und Rückleuchten mit zusätzlichen Funktionen wie Tagfahrlicht, Fernlicht und Bremslicht erlaubt sind. Außerdem dürfen mehrspurige Fahrräder und solche mit einem Aufbau über einen Fahrtrichtungsanzeiger – wie bei Autos oder Motorrädern – verfügen. Damit wird dem Problem Rechnung getragen, dass bei derartigen Gefährten das Handzeichen des Fahrers ganz oder teilweise verdeckt sein kann. An normalen, einspurigen Fahrrädern sind solche „Blinker“ allerdings nicht gestattet. Erlaubt sind dagegen zusätzliche Leuchten mit Blinkfunktionen, die am Körper getragen werden.

Neuerdings schreibt der Gesetzgeber auch keinen zweiten Rückstrahler mehr vor. Neben der Schlussleuchte wird nur noch ein nicht dreieckiger Rückstrahler der Kategorie Z verlangt. Es entfällt der bislang geforderte kleine Rückstrahler. Die StVZO schreibt für die Rückseite von Fahrrädern nun mindestens eine Schlussleuchte mit rotem Licht vor. Diese Schlussleuchte darf zusätzlich über eine Bremslichtfunktion verfügen, deren Lichtstärke und Lichtverteilung festgelegt sind. Blinkende Schlussleuchten sind dagegen weiter verboten. Schlussleuchte und Rückstrahler können zusammen in einem Gerät verbaut sein. Dadurch lassen sich nun auch Räder ohne Schutzbleche leichter gesetzeskonform ausstatten.

Dem technischen Fortschritt trägt der Gesetzgeber auch mit der Erlaubnis von Scheinwerfern mit Tagfahr- und Fernlicht Rechnung. Zudem darf der Rückstrahler nun ein Bremslicht aufweisen. Damit soll ebenfalls ein Zugewinn an Sicherheit für die Radfahrer erreicht werden.

Überarbeitet wurden ebenfalls die Vorschriften für die Stromversorgung der Fahrradbeleuchtung. Bislang waren dafür Dynamos und wiederaufladbare Akkus zugelassen. Neuerdings lässt die StVZO auch Batterien als Energiequelle zu. Dadurch können auch Energiespeicher mit einer anderen Spannung als sechs Volt zum Einsatz kommen. Neu ist auch die Regelung, dass Radfahrer abnehmbare Leuchten nicht ständig dabeihaben müssen. Somit darf man nun bei Tageslicht auch ohne Beleuchtungseinrichtungen mit dem Rad unterwegs sein.

Allerdings sollten Radfahrer unbedingt darauf achten, besonders im Herbst und im Winter das „Licht am Rad“ nicht zu spät, sondern besser frühzeitig einzuschalten. Denn das erhöht die eigene Sicherheit erheblich. Verkehrsexperten warnen immer wieder davor, wie schlecht Radfahrer bei Dunkelheit und schlechter Sicht ohne Licht gesehen werden. In diesem Sinne empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zudem helle Kleidung auf dem Rad, die vor Kälte und Nässe schützt, am besten kombiniert mit Reflexionsapplikationen bzw. -zubehör.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

Links:

News

13.11.2019 KFZ Versicherer erwartet "wechselhafter" November

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur im Dezember das Christkind, sondern zum Ende November auch der Stichtag, bis zu dem ein Wechsel der...

06.11.2019 Dooring: Die alltägliche Gefahr für Radfahrer

Die meisten Radfahrer kennen diese Situation: Autofahrer öffnen gedankenlos eine Tür ihres Fahrzeugs, ohne sich vorher zu vergewissern,...

30.10.2019 Trotz Zurückhaltung bei Kunden: Die Mobilitätswende kommt

Der Begriff Mobilitätswende ist derzeit in vieler Munde. Sie soll Mobilität mit weniger Verkehr ebenso ermöglichen wie eine Mobilität,...

23.10.2019 Studie: Autonome Fahrdienste steigern Verkehrsaufkommen um bis zu 40%

Autonome Fahrzeuge scheinen derzeit ihren Nimbus als Problemlöser für die Mobilität von morgen einzubüßen. Zumindest kommt jetzt eine...

09.10.2019 Aral-Studie "Trends beim Autokauf 2019" zeigt veränderte Käuferinteressen

Jeder dritte Bundesbürger will sich in den kommenden eineinhalb Jahren ein neues Auto zulegen. Dabei ist die Bedeutung von neu...

02.10.2019 Studie: Carsharing bringt nachhaltigen Verkehr nicht voran

Carsharing, also die gemeinschaftliche Nutzung eines Autos durch mehrere Personen, bringt nicht die Vorteile, die sich seine Befürworter...

25.09.2019 Bundesdatenschutzbeauftragter Kelber: Grundrechte auch in digitaler Welt durchsetzen

Bremst Datenschutz Fortschritt in den Bereichen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz? Haben Deutschland und Europa zwar im...

18.09.2019 Big Data kann Mobilität sicherer, schneller und sogar ökologischer machen

Die Chancen von Big Data in einer digital vernetzten Gesellschaft sind derzeit Thema vielfältiger öffentlicher Diskussionen. Über die...

11.09.2019 Big Data im Versicherungswesen machen Medizin humaner und präziser

Big Data in der Medizin ist im Moment noch Bürgerschreck, muss aber unbedingt als Hoffnungsträger verstanden werden. Denn...

04.09.2019 Gut versichert Radfahren

Fahrradfahren ist angesagt – sei es aus Umweltschutzmotiven, aus gesundheitlichen Gründen oder weil es einfach nur Spaß macht. Das...

Seiten

Cura Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen

Jetzt Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen, Probleme, Anregungen oder Wünsche? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
 

Fritz-Vomfelde-Straße 14
40547 Düsseldorf
+49 (211) 9086-0