Versicherer zahlen immer mehr für Schäden durch Autodiebe

13. Dezember 2017

Jeden Tag wechseln in Deutschland 340 Autos unfreiwillig den Besitzer. Das geht aus der aktuellen Schadenstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Demnach klauten Kriminelle im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 18.000 kaskoversicherte Fahrzeuge. Damit ging die Zahl der geknackten Autos im Vergleich zu 2015 zwar um rund 8 Prozent zurück, doch der wirtschaftliche Schaden, der durch Autodiebstähle verursacht wurde, blieb laut GDV mit 520 Millionen Euro ähnlich hoch wie im Vorjahr. Denn die Entschädigungen, die die Versicherungen an ihre Kunden auszahlen, steigen: So kostete ein gestohlener Pkw die Kfz-Versicherer 2016 im Durchschnitt 16.400 Euro und damit 5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Das bedeutet, dass die Autodiebe auf immer wertvollere Autos aus sind. Besonders die teuren Geländewagen (SUV) haben es den Kriminellen angetan. Diese Autos stehen in der Diebstahlstatistik für 2016 ganz oben. Aber die Autoknacker nehmen in immer mehr Fällen gar nicht ganze Autos ins Visier, sondern interessieren sich vielmehr für wertvolle Bauteile im Fahrzeuginneren oder Gegenstände, die leichtsinnig im Fahrzeug zurückgelassen wurden. Besonders gefragt sind dabei Airbags und die sogenannten Infotainment-Systeme. Es muss aber nicht immer der Bordcomputer sein, auch ein Dachgepäckträger kann zum Objekt der Begierde der Gauner werden. Der Grund für diesen Trend ist nach Einschätzung der Versicherer darin zu suchen, dass sich solches Diebesgut gefahrloser zu Geld machen lässt und das Risiko, damit erwischt zu werden, deutlich geringer ist als bei einem ganzen Fahrzeug. Im Schnitt entschädigten die Versicherer ihre Kunden für den Diebstahl elektronischer Bauteile im vorigen Jahr mit mehr als 4.100 Euro. Das waren fast 500 Euro bzw. 13 Prozent mehr als noch 2015.

Wohl dem, der kaskoversichert ist, wenn Diebe das ganze Auto oder fest im Auto eingebaute bzw. fest mit dem Auto verbundene Teile entwenden – wie etwa eine Stereo-Anlage oder einen Dachgepäckträger. Denn diese Kunden werden für ihren Verlust vollumfänglich entschädigt. Eine Teilkaskoversicherung kommt ebenfalls für eine beim Diebstahl eingeschlagene Autoscheibe auf. Und weil die Teilkasko in einer Vollkaskoversicherung inbegriffen ist, erhalten auch Vollkaskoversicherte eine entsprechende Entschädigung. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt haben solche Fälle keinen Einfluss.

Weniger erfreulich sieht es für Geschädigte aus, denen Wertgegenstände aus dem Auto gestohlen wurden. Denn auch eine Kaskoversicherung ersetzt keine entwendeten mobilen Navis, Smartphones, Laptops oder andere Wertgegenstände – also alles, was nicht fest im Auto verbaut ist. Deshalb warnen Versicherer im Gleichklang mit der Polizei immer wieder davor, Wertgegenstände im Auto zurückzulassen.

Die größte Vorsicht vor Autoknackern ist im bundesweiten Vergleich in Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden und Hannover geboten. Denn dort sind Autodiebe laut Statistik am „fleißigsten“. Am unteren Ende dieses Großstädte-Rankings stehen in absteigender Folge Mannheim, Stuttgart und München. Von den Bundesländern weist Berlin mit deutlichem Abstand die höchste Diebstahlrate aller Bundesländer auf. Brandenburg ist bundesweit das Flächenland mit der größten Autoklaugefahr. Am sichersten dürfen sich nach den GDV-Erhebungen in dieser Hinsicht die Autofahrer in Bayern fühlen.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

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