Rauchen am Steuer - Nicht nur riskant für die Gesundheit

27. Juni 2018

Wie riskant Rauchen für die Gesundheit ist, darauf machen schon seit Jahren entsprechende Warnhinweise auf den Verpackungen von Tabakprodukten auf teils sehr drastische Art aufmerksam. Die Gefahren, die Rauchen am Steuer mit sich bringen kann, werden dagegen eher selten thematisiert. Dabei kann der Glimmstängel im Auto ebenfalls erhebliche negative Folgen haben. Deshalb wird inzwischen auch hierzulande über ein Rauchverbot am Steuer diskutiert.

Bislang ist das eigene Fahrzeug für Raucher, die ihrem Vergnügen oder Laster, ganz wie man es sieht, am Arbeitsplatz, in der Gastronomie, vielen öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln schon länger nicht mehr frönen dürfen, noch eine Art geschützter Raum. Denn Qualmen am Steuer ist zumindest in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Doch einige Gesundheitsminister in den Bundesländern machen sich inzwischen auch für ein Rauchverbot im Auto stark, insbesondere wenn sich in dem Fahrzeug Minderjährige und auch Schwangere befinden. Begründung: Schutz der Kinder, ob bereits geboren oder noch im Mutterleib, vor den Gefahren des Passivrauchens. Damit soll auch den unschönen Bildern entgegengewirkt werden, wenn der elterliche Fahrdienst vor der Schule oder dem Kindergarten hält und vor den kleinen Insassen zunächst eine Wolke von Tabakqualm dem Fahrzeug entweicht.

Wer dagegen in anderen Ländern Europas meint, die aus Deutschland gewohnte Rauchfreiheit im Auto – auch mit Kindern an Bord – gelte dort ebenfalls, kann teuer eines Besseren belehrt werden. So wird etwa in England, Frankreich, Italien, Griechenland und Schottland bereits zur Kasse gebeten, wer mit Kind und Kippe gleichzeitig im Auto erwischt wird. In dem Fall werden dann von 70 Euro bis zu 1500 Euro an Strafgeld erhoben. In Italien ist das Chauffieren einer Schwangeren bei gleichzeitigem Rauchen ebenfalls „kostenpflichtig“.

Auch die neue österreichische Regierung hat jüngst ein neues Tabakgesetz beschlossen, das unter Strafe stellt, Minderjährige in einem Wagen rauchend zu befördern. Wobei sich das rauchend auf den Fahrer bezieht! Gleichzeitig setzt die Regierung das Mindestalter für den Kauf von Zigaretten von 16 auf 18 Jahre herauf. Die Intention dabei: Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren des Tabakqualms. Wer gegen die neuen Vorschriften verstößt und mit dem Glimmstängel am Steuer beim Transport von Minderjährigen erwischt wird, muss in Österreich künftig bis zu 1000 Euro blechen.

Über den gesundheitlichen Aspekt hinaus sprechen aber auch noch andere Gründe dafür, im Auto die Finger von Zigarette und Co. zu lassen. Denn wer nur eine Hand am Steuer hat und die andere zum Rauchen benötigt, kann in einer Gefahrensituation gegebenenfalls nicht schnell genug oder nicht adäquat reagieren. Das bedeutet eine Gefährdung nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer. Dies gilt ebenso für die Ablenkung, die zum Beispiel mit dem Anzünden einer Zigarette einhergeht, argumentieren Kritiker. Sie verweisen in dem Zusammenhang darauf, dass nicht umsonst die Benutzung eines Handys am Steuer verboten ist – eben wegen der damit verbundenen Ablenkung. Ein ähnlicher Maßstab sollte demnach auch beim Rauchen im Auto angelegt werden: Es kann die Konzentration eines Autofahrers auf den Verkehr beeinträchtigen.

Das trifft erst recht für den Fall zu, dass beim Fahren Asche oder gar die ganze Zigarette herunterfällt. Dann dürfte der Verkehr für den Fahrer erst einmal nicht erste Priorität haben. Kommt es zu einem Unfall, kann einem rauchenden Fahrer grundsätzlich grobe Fahrlässigkeit vorgehalten werden – mit der Folge einer Geldstrafe, deren Höhe vom Umfang des Schadens abhängt. Eine finanzielle Einbuße müssen qualmende Autofahrer auch beim Verkauf ihres Fahrzeugs einkalkulieren: Nichtraucherautos bringen in der Regel mehr, im Mittel um bis zu 1500 Euro, wie Experten errechnet haben.

Als Umweltverschmutzung wird ferner die Unsitte geahndet, eine Zigarettenkippe einfach aus dem Autofenster zu entsorgen. Das kann laut ADAC mit einem Bußgeld von 20 bis 30 Euro geahndet werden. Motorrad- oder Radfahrer, die einen weggeworfenen Zigarettenstummel schon einmal ins Gesicht bekommen haben, halten eine solche Strafe für deutlich unterdimensioniert. Ganz abgesehen davon, dass durch den Rest eines Glimmstängels im Sommer Brände ausgelöst werden können. Unterm Strich gibt es somit zahlreiche Gründe, am Steuer nicht zu rauchen, meinen die Befürworter eines Rauchverbots.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

Links:

News

09.01.2019 Studie: Autonomes Fahren löst nicht Probleme in deutschen Innenstädten

Autonome Fahrzeuge werden vielfach als die Lösung für die aktuellen Verkehrsprobleme in den Innenstädten der Welt propagiert. Die...

02.01.2019 Immer noch zu viele Autofahrer sind ohne Gurt unterwegs

Wie man sich gurtet, so überlebt man. Oder anders formuliert: Rund 200 Verkehrstote und rund 1.500 Schwerverletzte ließen sich pro Jahr...

19.12.2018 Größte Vorsicht bei Glatteis - Fahrweise unbedingt anpassen!

Alle Jahre wieder – kommt nicht nur das Christkind, sondern auf Kraftfahrer auch eine veritable und häufig ausgesprochen unangenehme...

12.12.2018 Immer mehr Verkehrsteilnehmer fallen wegen Drogen- oder Medikamenteneinfluss auf

Viele Menschen „veredeln“ die bevorstehenden Feiertage gern mit einem guten Tropfen. Speziell die Bowle an Silvester gehört für viele...

05.12.2018 Autonome Mobilität stößt auf regional unterschiedliche Akzeptanz

Autonomes Fahren ist wie Musik: den einen gefällt‘s, den anderen nicht. In diesem Falle handelt es sich um Zukunftsmusik, die allerdings...

28.11.2018 Musik am Steuer: Geliebt, aber nicht ungefährlich!

Beeinflusst Musik im Auto den Fahrer bzw. seinen Fahrstil? Sie entspannt, hebt die Stimmung und hält im Zweifel sogar wach, plädieren...

21.11.2018 Von wegen "lahme Spritfresser" - Automatikgetriebe sind auf dem Vormarsch

Ein lange und vielfach augenscheinlich auch sehr gern ausgefochtener Glaubenskrieg scheint sich dem Ende zuzuneigen – zumindest wenn man...

07.11.2018 Mit Spionagetechnik durch die Führerscheinprüfung tricksen

Angesichts des Verhaltens mancher Kraftfahrer im Straßenverkehr drängt sich einem mitunter die Frage auf, wie diese Verkehrsteilnehmer...

31.10.2018 Selbstfahrende LKW sollen Gütertransport effizienter und billiger machen

Zur Mobilität der Zukunft gibt es viele Visionen. Dabei tauchen immer wieder die gleichen Schlagworte auf: alternative Antriebe,...

24.10.2018 Härtere Strafen sollen Autoraser abschrecken

Die Dummen sterben nicht aus. Diese Volksweisheit scheint auch für die Teilnehmer an illegalen Autorennen zuzutreffen. Denn deren Zahl...

Seiten

Cura Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen

Jetzt Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen, Probleme, Anregungen oder Wünsche? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
 

Fritz-Vomfelde-Straße 14
40547 Düsseldorf
+49 (211) 9086-0