Sommer-Risiko Flip-Flops & Co.

21. Juni 2018

Sommer, die Sonne scheint, es ist warm. Da bevorzugen die meisten Menschen möglichst leichte, luftige Bekleidung. Für viele gehört dazu auch offenes Schuhwerk, etwa in Form von Sandalen, Badelatschen oder den sogenannten Flip-Flops. So bequem diese sein mögen, eignen sie sich auch zum Autofahren? Die Straßenverkehrsordnung (StVO) macht zwar bezüglich der Fußbekleidung keine Vorgaben, somit wären auch High Heels und besagte Flip-Flops grundsätzlich nicht verboten. Doch bei einem Unfall kann es unangenehme Konsequenzen haben, wenn man mit solchen Schuhformen am Steuer saß. Denn dann droht eine Teilschuld, weil man der Sorgfaltspflicht nicht genügte. Ist der Unfall sogar auf das Schuhwerk zurückzuführen, kann die Vollkaskoversicherung Leistungen für den Schaden am eigenen Auto kürzen oder ganz verweigern.

Wegen der fehlenden Vorschriften der StVO zur Fußbekleidung beim Autofahren muss also grundsätzlich niemand, der mit Schläppchen, Hochhackigen oder auch barfuß Auto fährt, bei einer Verkehrskontrolle mit Schwierigkeiten rechnen. Doch schon bei Berufskraftfahrern ändert sich diese Sachlage: Sie müssen festes Schuhwerk tragen. Das bestimmen die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft. Sicherheitsexperten legen aber auch Autofahrern, die nicht gewerbsmäßig am Steuer sitzen, nahe, dabei von allzu leichten Fußbekleidungen abzusehen. Denn diese geben dem Fuß nicht ausreichend Halt, wenn dieser besonders benötigt wird – wie etwa bei einer Vollbremsung. Dann kann man, wenn es darauf ankommt, nicht ausreichend kräftig bremsen. Zudem besteht bei Schlappen oder eben Flip-Flops immer auch die Gefahr, beim Fahren mit den Füßen von einem Pedal abzurutschen. Das kann ebenfalls riskante Situationen heraufbeschwören.

Also keine freie Fahrt mit Latschen, Flip-Flops und Stilettos? Besser nicht! Dafür spricht schon allein die Annahme, dass die berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschriften nicht grundlos eingeführt wurden. Die Vorgabe festen Schuhwerks für Berufsfahrer sollten sich deshalb auch Privatpersonen am Volant zu eigen machen. Zumal ihnen bei einem Unfall nicht nur ein Bußgeld droht, wenn sie mit ungeeignetem Schuhwerk unterwegs waren. Wer deswegen einen Unfall verursacht, muss nicht nur eine Geldbuße befürchten, weil der Fahrer seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkam und fahrlässig handelte. Auch bei der Schadensregulierung mit Versicherungen kann es in einem solchen Fall Ärger geben.

Wenn die zum Fahren ungeeigneten Schuhe den Unfallhergang nämlich nachweislich stark beeinflusst oder den Unfall gar herbeigeführt haben, kann es passieren, dass die eigene Vollkaskoversicherung ihre Leistungen kürzt, gegebenenfalls sogar erheblich. Dagegen werden Schäden, die bei einem solchen Unfall bei Dritten entstanden sind, von der Kfz-Haftpflicht uneingeschränkt abgedeckt, und zwar losgelöst davon, welches Schuhwerk der versicherte Autofahrer als Schadensverursacher trug. Aber auch unabhängig von den möglichen finanziellen Folgen, raten die Versicherer allen Kraftfahrern, sich des unnötigen Risikos bewusst zu sein, was ungeeignetes Schuhwerk beim Führen eines Fahrzeugs bedeuten kann. Denn dadurch können anderen Verkehrsteilnehmern erhebliche Verletzungen zugefügt werden, die sich ohne großen Aufwand vermeiden ließen.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

Links:

News

22.05.2019 Neuwagen verbrauchen noch immer deutlich mehr als von den Herstellern angegeben

Es wird schon so lange über die Abweichungen der Herstellerangaben zum Spritverbrauch eines Autos von der Realität diskutiert, dass man...

08.05.2019 Autofahrer haben trotz Stau-Stress Spaß am Steuer

Weltweit fühlen sich viele Autofahrer gestresst durch verstopfte Straßen und Staus. Dennoch hat eine deutliche Mehrheit von ihnen nach...

24.04.2019 Mobilitätsprobleme auf dem Land: Ohne Auto geht wenig

Landbewohner sind mit ihrer Mobilität weitgehend zufrieden. Aber nur, wenn ihnen ein Auto zur Verfügung steht. Denn damit kommen sie...

17.04.2019 PKW-Bestand in Europa wird immer älter

Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Autos unterwegs. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) waren in der Bundesrepublik am 1...

10.04.2019 Kosten für Autoreparaturen bundeweit sehr unterschiedlich

Sag mir, wo Du wohnst, und ich sage Dir, wie teuer Deine Autoreparatur im Vergleich wird. Auf diese Formel ließen sich die Ergebnisse...

03.04.2019 Sind risikoaffine Autofahrer auch höher versichert?

Autofahrer, die eher risikofreudig chauffieren, sind in der Regel nicht entsprechend höher versichert. Das hat jetzt eine aktuelle...

27.03.2019 Fahrschüler schaffen immer häufiger Prüfung nicht

Immer mehr Fahrschüler rasseln durch die Führerscheinprüfung. Nach aktuellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erwies sich 2017...

20.03.2019 Staus werden von Autofahrern oft selbst verursacht

Der Stau gehört für Deutschlands Autofahrer heutzutage schon fast zu einer gewohnten Verkehrssituation. Spätestens im täglichen...

14.03.2019 Maschine und Moral: Wie sollen sich Robotorautos bei Unfällen verhalten?

Aus der Science Fiction-Literatur und entsprechenden Filmen kennt man das oberste Robotergesetz, wie es der Genre-Schriftsteller Isaac...

06.03.2019 Hier geächtet, dort geschätzt - In Osteuropa boomen ältere Diesel aus dem Westen

Kaum gestohlen, schon in Polen, lästerten früher böse Zungen über die Praktiken von Autodieben. Heute verbringen viele Dieselfahrzeuge...

Seiten

Cura Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Fragen und Anregungen

Jetzt Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen, Probleme, Anregungen oder Wünsche? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail.
 

Fritz-Vomfelde-Straße 14
40547 Düsseldorf
+49 (211) 9086-0