Hagelschäden können ohne Teil- oder Vollkasko teuer werden

11. Juli 2018

Im Sommer ist es warm bis heiß, da gibt es Eis im entsprechenden Café oder aus der Tiefkühltruhe. Sollte man meinen. Doch der Sommer ist auch die Jahreszeit der Hagelgewitter, bei denen trotz Hitze Eiskugeln vom Himmel fallen. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder von unwetterartigen Gewittern berichtet, bei denen der Niederschlag nicht flüssig, sondern in gefrorener Form zu Boden fiel – als mehr oder weniger große Eis- bzw. Hagelkörner. Damit einher gingen vielfach Sturmböen bis hin zu Orkanstärke. Durch diese Hagelgewitter im Sommer entstehen auch immer öfter Schäden an Fahrzeugen, wie die Statistiken der Versicherer ausweisen. Als die Zeit, in der das Risiko von Hagelgewittern am höchsten ist, gilt übrigens der Frühsommer, genauer gesagt der Monat Juli, wenn warme und kalte Luftmassen kollidieren.

Hat Hagel das Auto beschädigt, ist das eine Sache für die Teil- oder Vollkaskoversicherung. Sie kommt für die Kosten zur Beseitigung von Hagelschäden auf – allerdings nur bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts des betroffenen Fahrzeugs. Jeder darüber hinausgehende Aufwand gilt als „wirtschaftlicher Totalschaden“. In einem solchen Fall begleicht die Versicherung in der Regel die Differenz zwischen dem Wiederbeschaffungswert und dem Restwert des Fahrzeugs. Wer lediglich über eine reine Haftpflichtpolice verfügt, muss einen Hagelschaden auf eigene Kosten beseitigen lassen – oder damit leben. Die Kaskoversicherung dagegen deckt Schäden und Zerstörung durch Sturm, Hagel, Blitz und Überschwemmung ab. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) regulieren die Kraftfahrtversicherer pro Jahr von Hagel verursachte Schäden in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro.

Teil- oder Vollkasko-Versicherte melden einen Hagelschaden möglichst zeitnah ihrer Versicherung. Die prüft dann zunächst einmal, ob es im angegebenen Zeitraum am Ort des Kunden tatsächlich ein Unwetter gegeben hat, das die benannten Schäden verursacht haben könnte. Wer einen Hagelschaden an seinem Auto meldet, muss dabei nicht befürchten, bei der Versicherungsprämie höher eingestuft zu werden. Ob sich eine Regulierung über den Versicherer lohnt, ist wenn, dann nur eine Frage der jeweiligen Selbstbeteiligung.

Typische Folgen von Hagelgewittern sind Dellen im Blech sowie zersplitterte Front- und Heckscheiben, wenn diese den ungewöhnlich großen oder durch Sturmböen beschleunigten Hagelkörnern nicht gewachsen waren. In Verbindung mit Feuchtigkeit, die daraufhin in den Innenraum eindringt, können Hagelstürme und ihre Folgen oft auch zu Totalschäden bei Autos führen, wie der GDV berichtet. Der Verband empfiehlt als wirksamen Schutz vor Hagelkörnern vor allem Garagen und Hallen, während Carports demnach bei einem Hagelsturm nur eingeschränkt sicher sind. Unter freiem Himmel können auch Hagelschutzmatten helfen.

Die Meldung eines Hagelschadens an die Versicherung sollte die Beschädigungen möglichst präzise dokumentieren, einschließlich genauer Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit des Hagelschlags. Am besten fügt man aussagefähige Fotos von den Schäden hinzu. Nach dem Eingang der Schadensmeldung bei der Versicherung beauftragt diese in der Regel einen Gutachter damit, die Schäden und den Reparaturaufwand abzuschätzen sowie Wiederbeschaffungswert oder Restwert des Fahrzeugs zu kalkulieren. Erst dann erfolgt das „Okay“ für die Beseitigung der Hagelschäden. Da für den Versicherer das Gutachten ausschlaggebend ist, sollte man die Zahlungszusage unbedingt abwarten.

Der Sachverständige schlägt auch vor, wie die Hagelschäden am besten zu beseitigen sind. Dazu gibt es nämlich inzwischen sogenannte sanfte Reparaturtechniken, bei denen Fachleute mit erheblich weniger Aufwand als früher kleine Beulen im Blech wieder entfernen können. Damit wird das Auto dann auch schneller wieder instand gesetzt.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

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