Hund und Herrchen zuliebe: Tier bei Transport im Auto gut sichern

5. Juni 2019

Hundebesitzer werden es nicht gern hören bzw. lesen, aber ihre vierbeinigen Freunde gelten laut Straßenverkehrsordnung (StVO) als Ladung, wenn sie im Auto transportiert werden. Und wie jedes Gepäckstück müssen deshalb auch die Vierbeiner im Auto so verstaut und gesichert werden, „dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.“ So will es das Gesetz. Dem normalen Hundehalter kommt es zudem sehr darauf an, dass es dem Tier während der Fahrt gut geht. Daher stellt sich spätestens, wenn ein Urlaub ansteht, unweigerlich die Frage, welche Transportmöglichkeit für das Haustier die beste ist? Experten empfehlen hierfür eine Box.

Doch nicht nur für die Fahrt in den Urlaub sollte man sich Gedanken über eine sichere Unterbringung des Hundes im Auto machen. Auch im Alltag, beim Weg zur Lieblings-Spazierstrecke oder beim Besuch des Tierarztes kann ein nicht ausreichend gesichert transportierter Vierbeiner zu einem Risiko für den Hundeführer selbst und andere Verkehrsteilnehmer werden: wenn das Tier bei einem Unfall oder einem abrupten Bremsmanöver durch den Fahrzeuginnenraum geschleudert wird. Immerhin kann sich das Gewicht des vierbeinigen Freundes bei einer Vollbremsung aus 50 km/h um rund das 50-Fache multiplizieren. Da wird selbst ein Schoßhündchen zu einem unheilvollen Geschoss. Und ein 20 Kilogramm schweres Tier bekommt eine Durchschlagskraft von rund 600 Kilo.

Aber auch ein ungehindert durch das Auto springender Hund, der etwa einen gerade gesichteten Artgenossen verbellen will, kann den Autolenker massiv vom Verkehrsgeschehen ablenken. Wie auch immer, ein nicht sicher untergebrachtes Haustier stellt eine erhebliche Gefahr dar und ist selbst ebenfalls eindeutig gefährdet. Deshalb sieht der Bußgeldkatalog auch entsprechende Strafen vor, wenn vierbeinige Passagiere im Auto nicht angemessen gesichert transportiert werden. Diese Bußgelder reichen von 30 Euro für eine nicht angemessene Sicherung über 60 Euro plus einen Punkt im Flensburger Zentralregister bei zusätzlicher Gefährdung bis zu 75 Euro plus einen Punkt bei Sachbeschädigung. Darüber hinaus kann es Ärger mit der Haftpflichtversicherung geben, wenn ein nicht ausreichend gesichertes Tier im Auto nachweislich einen Unfall – auch nur mit – verursacht hat.

Daher ist es ein nicht zu vernachlässigendes Gebot für Hundebesitzer, im eigenen wie im Interesse des Tieres für ein zuverlässiges und für den Vierbeiner angenehmes Transportmittel im Auto zu sorgen. Von den am Markt angebotenen Sicherungssystemen hat sich in Crash-Tests unter anderem des ADAC die Transportbox als am empfehlenswertesten erwiesen. Sie soll gute Sicherheit auch für den vierbeinigen Mitfahrer bieten, insbesondere wenn die Box mit dem Tier quer zur Fahrtrichtung direkt hinter der Rücksitzlehne positioniert wird. Große Boxen müssten speziell bei älteren Fahrzeugen zusätzlich festgezurrt werden, rät der ADAC. Denn bei diesen Fahrzeugen reicht demnach vielfach die Stabilität der Sitzlehnen nicht aus, um eine rutschende Box abzufangen. Zu diesem Zweck empfiehlt der Automobilclub ein stabiles Laderaumtrenngitter, -trennnetz oder das Festspannen mit Gurten.

Weitere Vorteile der Transportbox sehen die Tester darin, dass der vierbeinige Passagier die Unterbringung als eine Art „Schlafhöhle“ akzeptiert, wenn er vorher daran gewöhnt wurde. Das soll mögliche Nervosität beim Tier während der Fahrt verringern und so auch den Fahrer entlasten. Außerdem könne der Hund in der Box Rettungskräfte bei einem möglichen Unfall nicht behindern, stellen die Tester fest. Für kleinere Boxen mit einem kleineren Tier stellte sich in den Crash-Tests der Fußraum hinter dem Fahrersitz als sicherste Position im Auto heraus – nach dem Kofferraum.

Wenig einzuwenden haben die Tester auch gegen Trenngitter im Auto, etwa bei Kombis. Vorausgesetzt diese Gitter sind stabil im Fahrzeug verankert. Als nachteilig bei diesem Transportsicherungssystem kann sich allerdings erweisen, dass bei viel Platz zwischen Hund und Laderaumgitter das Tier bei einem Unfall oder einer Vollbremsung heftig herumgeschleudert wird.

Sicherheitsgurte für Hunde, sogenannte Geschirre, schnitten in den Tests weniger gut ab: Denn bei zu viel Bewegungsspielraum für den Hund in solchen Vorrichtungen können sowohl das Tier als auch der davor sitzende Passagier verletzt werden. Mit derartigen Gurten werden die Tiere auf dem Rücksitz untergebracht. Spezielle Tiersicherheitssitze wiederum bieten hohe Sicherheit für Tier und Mensch im Auto, wenn der Hund kleiner und nicht schwerer als 8-9 Kilogramm ist. Positiv daran fanden die Tester auch die geringe Verschmutzung des Fahrzeuginnenraums bei dieser Transportart. Schutzdecken für den Hundetransport im Auto eignen sich nach Ansicht der Tester dagegen ausschließlich, um das Auto sauber zu halten.

 

Quelle: Goslar Institut www.goslar-institut.de

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